Vorwärts mit Positive Leadership

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Vielen Führungskräften ist intuitiv klar, dass sie sich mehr auf Stärken und auf Positives konzentrieren sollten. Aber wie soll das praktisch gehen? Nachdem die Positive Psychologie hierzu viel beachtete Erkenntnisse geliefert hat, untersuchte die Berner Fachhochschule gemeinsam mit Praxispartnern, wie sich diese im betrieblichen Alltag umsetzen lassen.

Welche Führungskraft würde sich nicht gerne öfter mit positiven Aspekten der eigenen Unternehmung befassen? Neue Forschungsergebnisse untermauern, dass es nicht nur mehr Spass beim Arbeiten macht, sondern auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Abteilungen, in denen sich Mitarbeitende durch ihre Vorgesetzten positiv beeinflusst fühlen, weisen eine höhere Arbeitszufriedenheit und einen besseren Zusammenhalt im Team auf. Die Mitarbeitenden zeigen auch mehr Lernbereitschaft und Kreativität, die allgemeine Leistung steigt.

Im Führungsalltag ist es allerdings nicht immer einfach, sich dem Positiven konsequent und auf stimmige Art zuzuwenden. Probleme ziehen viel Aufmerksamkeit auf sich und so manche Führungskraft denkt, nur wer sich mit Problemen befasse, tue etwas Gutes für die Firma. Selbst jenen Führungspersonen, welche die Kraft des Positiven intuitiv anerkennen, fehlt häufig ein Verständnis für den professionellen Umgang mit Stärken und Positivem. Während es hunderte Instrumente gibt, um Fehler zu finden, zu analysieren und zu beseitigen, ist die Liste der Instrumente kurz, die helfen Stärken zu identifizieren, zu fördern und im besten Sinn zu propagieren. Solche Instrumente zu nutzen und weiterzuentwickeln, darum geht es bei „Positive Leadership“.

Positive Haltung

Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurden Mitarbeitende und Führungskräfte der Praxispartner-Organisationen mit den Erkenntnissen der Positiven Psychologie vertraut gemacht. In einer Workshop-Serie ging es zunächst darum, dass sich die Teilnehmenden die Grundkenntnisse der Positiven Psychologie aneignen und anhand von wissenschaftlich erprobten Übungen erkennen, was sie selbst konkret tun können, um „positiver“ zu werden. Ein Beispiel dafür ist die Aufgabe, jemandem einen Dankesbrief zu schreiben, dem man wirklich dankbar ist. Unabhängig davon, ob der Brief tatsächlich abgeschickt wird, bewirkt das Verfassen allein bei den meisten starke positive Emotionen und stärkt das Gefühl dafür, dass wir ganz generell im Leben gut aufgehoben sind.

Positive Instrumente

Aufbauend auf den entsprechenden Erlebnissen wurden gemeinsam „positive Instrumente“ entwickelt. So entstand bei einem als Praxispartner beteiligten Sozialdienst eine Liste von erfolgreichen Interventionen für schwierige Gespräche. Eine erfolgreiche Reaktion auf eine lauthals sich beschwerende Person war zum Beispiel, anzuerkennen, dass diese Person viel Energie hat, und festzuhalten, dass es im Weiteren darum geht, diese Energie zur Verbesserung ihrer Situation einzusetzen. Diese Liste wirkt inspirierend, weil sie weder dazu auffordert, Fehler zu meiden noch ein stures Schema anzuwenden, sondern dazu anregt, neue Dinge auszuprobieren oder vorhandene Kompetenzen vermehrt einzusetzen.

Positive Verfahren

Des Weiteren wurde der Ablauf der in diesem Sozialdienst üblichen „Intervision“ etwas umgestellt. In diesen Sitzungen werden typischerweise schwierige zwischenmenschliche Situationen im Berufsalltag dargestellt und die Kolleginnen und Kollegen um Rat gebeten. Es ist bekannt, dass gerade auch in schwierigen Situationen viele positive Ressourcen vorhanden sind. Ressourcenorientierung ist in der Sozialen Arbeit zwar nichts Neues, durch das vorangegangene Training hat sich aber der Blick dafür geschärft, dass Gesprächsphasen nützlich sein können, in denen sich die Gruppe ausschliesslich dem Positiven zuwendet, und dass die Nutzung der Stärken systematischer erfolgen kann als bisher. Informelle Reaktionen der Teilnehmenden und von Führungskräften zeigen, dass der Ansatz erfolgreich war.

Das Verfahren soll demnächst mit weiteren Praxispartnern durchgeführt und weiterentwickelt werden. Für interessierte Organisationen besteht die Möglichkeit, sich am geplanten Projekt zu beteiligen.

 


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